Schweissperlen und Tränen

Tagwache ist wie üblich um 7:00 Uhr. Nach der Wanderung und dem Ausschlafen am Vortag ist heute wieder Footing angesagt. Trotz müden Beinen joggen ausnahmslos alle – nur etwas langsamer als sonst.
Das Wetter ist, wie gestern, praktisch wolkenlos. Ein erfrischender Wind weht, aber es herrschen sehr angenehme Temperaturen für die Sportwoche.

Heute Morgen wird Markus – der nach Reto, den zweiten Lagerteil als Trainer in Angriff nimmt – offiziel  begrüsst und im Judolager willkommen geheissen. Wir freuen uns sehr, dass er das Leiterteam für die verbleibenden Tage verstärkt.

Nach dem Morgenessen transferieren die Judokas wieder zur Trainingshalle. Die Kleinen dürfen bei Tabea und Sara ihr Gleichgewicht trainieren. Bei Markus und Ilir wird mit den Grossen der Fusswurf O-soto-gari also Konter und Angriff vertieft.

Nach der Pause steht wieder das Wochenzeil auf dem Programm  – auch heute vibriert der Boden und der Zähler steigt und steigt. Bis zum Trainingsende zählen wir 15’422 Würfe. Somit fehlen nun noch für den letzten Trainingstag am Freitag rund 4,5 Tausend mal Werfen und immer und immer wieder aufstehen. Wir sind zuversichtlich, dass das Ziel erreicht wird – die letzen Kraftreserven müssen aber mit Sicherheit noch angezapft werden. Heute setzen Balz und Sakai den neuen Wurf-Rekord – sie schaffen zusammen 284 Würfe innert 15 Minuten.

Der Einsatz im Morgen-Training kann kurz zusammengefasst werden als Training mit leichten Startschwierigkeiten aber grundsätzlich sehr gutem Einsatz. Zum Schluss folgt die Kombination Stand-Randori mit Übergang zum Mittagessen.

Während die Judokas Schweissperlen schwitzen, laufen Géraldine die Tränen runter – aber nicht all zu lange, denn sie weiss sich zu helfen.  Beim Zwiebelschneiden für s’Mittagessen sieht eine Schwimmerbrille aufgesetzt nicht nur ’stylisch‘ aus, sonder hat auch entsprechenden Nutzen. Bis die Trainingsgruppe wieder beim Essraum eintrifft sind die Tränen weggewischt und es kann einmal mehr wieder los gehen mit der ‚Fütterung der Raubtiere‘.

Tomaten-Mozarelle-, Wurst-Käsesalat und Curry-Pasta steht auf dem heutigen Speiseplan. Alles, bis auf den letzten  Bissen wird verschlungen.

Am Nachmittag erwartet die Lagerteilnehmer das traditionelle  Donnerstags-Konditionstraining. Die Kinder werden von Markus und dem Trainerleiterteam mit X-Geschwindigkeits-, Zug-Übungen und  Uchi-komi an ihre Limiten geführt. Es keucht und tropft – sie geben Alles. Markus verschont sie auch nicht vor den ’sehr geliebten‘ Strecksprüngen. Wir können hier nur den Hut ziehen und gratulieren den jungen Sportlern zum super Einsatz! Trotz all dem guten Einsatz ist es nicht allen ganz klar was der Zweck der ganzen Sache ist – es tauchen Fraugen auf wie ‚für was bruchsch Muskle?‘

Der Gang zum oder in den See wird nun schon sehnlichst erwartet und vor dem Nachtessen gibt es noch einmal die Gelegenheit, den Strand und das kühlende Nass am und im Lago Maggiore zu geniessen.

Das Küchen Team steht bereits ‚ready‘ als die ganze hungrige Horde zum Nachtessen eintrifft. Die Batterien sind leer und werden nun mit Spätzli-Paprika-Pute, Rüebli und Salat aufgeladen.

Donnerstag ist jeweils nicht nur der Tag des Konditionstrainings, sondern auch der Tag an welchem die Teilnehmer ab 14 Jahren in den ‚Ausgang‘ dürfen. ‚Ausgang‘ heisst hier oft einen Gang in den unmittelbar neben dem Centro gelegenen Coop und / oder ein Besuch der vom Centro organisierten Disco. Heute ‚geht es voll ab‘ – es wird uns später berichtet, dass sogar getanzt wurde – zum Beispiel steht der ‚Tintenfischtanz‘ hoch im Kurs.

Ein Girly-Abend gibt es sogar für ein Teil des Leiterteams – sie haben endlich auch mal die Gelegenheit sich ein paar Meter ohne die Kinder zu bewegen und ohne ununterbrochen mit Fragen gelöchert zu werden.  Es reicht sogar für ein (erfolgloses) H&M-Shopping.

Auch für die jüngeren Lagerteilnehmer ist für Programm gesorgt – für sie steht Frisbee und Tischtennis auf der Agenda. Etwas überdreht – vermutlich hat das Konditionstraining etwas Spuren hinterlassen – bemühen sie sich mit Ball und Scheibe aktiv zu sein und sind wohl froh, dass es bald Dessert gibt.

Um 22 Uhr gibt es heute Dessert (Vanilleglacé mit diversen feinen Saucen) – nachdem alle pünktlich vom Ausgang zurückgekehrt sind. Auch heute ist das Erinnerungsvermögen nicht bei allen ganz gut (nach der Rückkehr können sich leider ein paar Wenige nicht mehr daran erinnern, dass sie sich auch zurückmelden müssten). Die bevorstehende Belohnung könnt ihr sicher bereits erahnen…. Kleiner Tipp – es wird wohl den Einen oder Anderen Treffen, der mit stärkerer Armmuskulatur nach Hause kommt – nicht aber nur auf das Judo-Training zurück zu führen ist.  Inzwischen ist die Zeit schon fortgeschritten und zum Anlass des Tages verschieben wir heute ausnahmsweise die Nachtruhe auf 23 Uhr…

Zum Schluss noch dies:

  • Bis zum ‚Redaktionsschluss‘ haben wir heute Abend 4 Handys zur Übernachtung in die Obhut genommen.
  • Zwei Mal gibt es heute Scherben – aber nie waren es die Teilnehmer
  • Teilnehmer M. macht vorsorglich Strecksprünge: Er hat gegenüber einer Trainerin einen frechen Spruch gemacht und aus Angst, dass dieser Spruch hier im Internet erscheint, bietet er Strecksprünge an.
  • Und… der neuste Trend unter den Leitern: Social-Zähneputzing

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