Ein neuer Turm im Verzascatal

Heute dürfen die Teilnehmer endlich ‚ausschlafen‘ – Tagwache ist ausnahmsweise um 7:30, denn das morgentliche Jogging wird ausgelassen, um die Füsse und die Energie für die heutige Wanderung zu schonen und aufzusparen.

Anscheinend haben ein paar Helden noch nicht genug Sport gemacht. Sie mussten ihr Handy über Nacht abgeben und der Tarif für 3 Handies ist 100 Liegestütze – vor dem Morgenessen. Als Servicegebühr für das Aufladen werden nochmals 10 Liegestütze fällig. Nach dem Morgenessen darf sich jeder ein Lunchpacket mit Sandwiches und Energieriegel für zwischendurch schnappen. Die Trinkflaschen werden noch gefüllt und alle anderen wichtigen oder unwichtigen Sachen für unterwegs in den Rucksack gepackt

Abmarsch ist kurz nach 9 Uhr. Die Gruppe startet die Anfahrt zum Ausgangsort der Wanderung beim Bahnhof in Tenero. Die Fahrt mit dem Postauto führt bis nach Brione Piee im Verzascatal. Von dort aus geht es zu Fuss weiter.
Die Postautofahrt ist recht kurvig – was bei wenigen auf den Magen schlägt – alles zum Glück ohne Konsequenzen.

Die Wanderung führt über Brücken und der Verzasca entlang durch das bekannte und sehr sehenswerte gleichnamige Tal. Schon nach kurzer Zeit finden wir eine Wolfsfalle, die vermutlich aus der Zeit Anfangs 19. Jahrhundert stammt. Es ist eine Falle, die in Form eines Trichters in den Boden führt ‚mithalf‘ früher die Wölfe auszurotten.

Wie kann es anders sein, wenn man mit einer Herrschar von Kindern zu Fuss unterwegs ist – nach den ersten paar 100 Metern bereits kommt schon die Frage ‚wie lange geht es noch…?‘ Zum grossen Erstaunen – läuft aber die ganze Gruppe sehr zügig und wir kommen bereits nach 3/4 Stunden – früher als geplant – zum ersten Rastplatz, wo wir einen kurzen Halt einlegen.

Wir legen einen grösseren Halt mit kleiner Verpflegung etwas später an einer schönen Stelle an der Verzasca ein, wo die Wandervögel sich noch ein wenig kreativ betätigen und einen Steinturm bauen – vermutlich eine erste Übung für später…
Weiter geht es schon bald auf der anderen Flussseite – wo der Weg einfacher zum Laufen ist und durch eine sehr schöne Auenlandschaft führt. Und plötzlich wieder: ‚Wie lange geht es noch…?‘

Eine so schöne Wanderung hat nicht nur grossen ‚geistigen‘ Erholungswert, sondern lernt den Kindern auch, dass es nicht so einfach ist ein WC im Wald zu finden, da kein Toilettenhäuschen vorhanden ist.

Kurz bevor uns ein eindrücklichen Wasserfall erwartet, geht es nochmals bedeutend aufwärts und treibt Einigen den Schweiss auf die Stirn. Zum Glück können sich die harten Jungs im eiskalten Wasser des kleinen Sees unterhalb des Wasserfalls wieder runterkühlen.  Auch für die anderen gibt es Abkühlung durch den kühlenden Wind.

In unmittelbarer Nähe – an der wieder wärmenden  Sonne – geniessen wir das Mitagessen. Die Kraftreserven scheinen wieder aufgetankt und so beginnen wenige mit Kletterpartien. Bevor der Übermut überhand nimmt, setzen wir die Wanderung in Richtung Sonogno fort. Die einen scheinen wieder zu viel Energie zu haben, die anderen leiden unter Gedächtnisschwund und scheinen sich nicht mehr daran erinnern zu können, dass während dem ‚offiziellem Programm‘ -auch die Wanderung gehört dazu – der Einsatz von mobilen Geräten einen Geräteurlaub als Konsequenz hat (heute: 3 Natels).

Der Weg führt nun abwärts bis zu einem nächsten kleinen See in der Nähe von Sonogno, wo uns die nächste nasse Abkühlung mit Bademöglichkeit erwartet. Wir haben schon etwas Mitleid mit dem armen Paar, das ihr Champagner-Date an diesem See in Ruhe verbringen wollte und nun von über 40 Kindern überrascht wird. Immerhin ahnden wir das spritzende Werfen von Steinen in den See mit 20 Liegestützen pro geworfenen Stein (wir wenden Schlimmeres ab und es reichte mit ’nur‘ 60 Liegestützen).

Überschüssige Energie wird hier nochmals abgebaut – wir bauen nun einen Steinturm, der etwa die Höhe von 2 Meter erreicht – höher als alle anderen Steintürmchen in der Umgebung.  Während sich die Kinder hier nochmals richtig austoben – ist Ilir  K.O. und macht ein erholsames Schläfchen.

Nach etwa einer Stunde Aufenthalt nehmen wir noch den letzten kurzen Abschnitt unter die Füsse. ‚Wie lange geht es noch…‘ hören wir da wieder. Dies mag nun einen falschen Eindruck geben, denn wir können die Kinder nur loben.  Sie sind gewandert als hätten sie nicht schon einige anstrendende Judo-Trainings hinter sich.
Ab Sonogno erwartet uns ein separat aufgebotenes Postauto, das uns wieder auf direktem Weg zurück nach Tenero bringt. Mit wenig Schadenfreude fahren wir an den anderen -auf den ordentlichen Postautokurs wartenden Wanderern- vorbei.

Zurück im Camp gibts Knabberzeug und Getränk, bevor es zum Nachtessen an den See geht. Die Glut ist bereits perfekt vorbereitet, die Salate stehen bereit, um die hungrigen Mäuler zu stopfen.  Es gibt ein Wurstbuffet und die Kinder haben die Wahl zwischen Kalbsbratwurst, Schweinsbratwurst und Klöpfer. Dazu gibt es verschiedene Salate (Rüebli / Ananas, Kartoffel & Randen, Brot und Chips. Nach dem Essen spielen die Kinder entweder Beachvolleyball – oder etwas in dieser Richtung, andere vergraben sich gegenseitig im gleichen Beachfeld im Sand, ein paar spielen Basketball und andere baden im See. Die restlichen liegen auf der Wiese und geniessen die wunderschöne Sicht auf den Lago Maggiore mit dem kitschigen Sonnenuntergang.

Die Glut ist immer noch warm als die Küche zum Dessert ruft. Nach den Würsten gibt es Schokobananen auf dem Grill – sie kommen bei den Teilnehmern (und Trainer) sehr gut an und nicht wenige wollen einen Nachschlag. Kurz darauf begeben wir uns zu den Zelten und bald darauf ist Nachtruhe angesagt. Vorher erleben wir in einem Koffer eine Invasion von Ameisen. Zwar sind keine Süssigkeiten im Koffer versteckt, aber der Teilnehmer weiss jetzt auch, dass eine auslaufende Flasche Hustensirup die ähnliche Wirkung hat. Wir haben der Kofer natürlich fein säuberlich geputzt und das Probelm sollte behoben sein.

P.S. Leo kann wegen einer Verletzung nicht auf die Wanderung – der Küchenchef möchte ihn gleich für die ganze Woche in die Küche versetzten, da er sich so toll eingesetzt hat und gleich fleissig wie die jetzige Küchenmannschaft – aber bei weitem nicht so frech ist.
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